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Pfelling


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Loibl Anwesen

Pfelling

Geschichte des Stegbauern Hofes in Pfelling jetzt Gmeinwieser

Zehentpflichtig in Jahre 1803
1/3 zum Rentamt Mitterfels 1/3 zur Pfarrei Pfelling1/3 zu St. Johann Regensburg



Bayern: vorgeschichtliche Zeit

Jungsteinzeit: (5500 – 2300 v Chr.)
Für den Gäuboden, ist eine Besiedlung schon ab der Jungsteinzeit nachgewiesen. Nach dem Fundort Münchshöfen ist eine ganze Kulturepoche für Süddeutschland benannt, (Münchshöfener Kultur, 4300 – 3900 v. Chr.) Weitere Fundorte wie der des größten linearbandkeramischen Gräberfeldes in Deutschland (ca. 260 Gräber) in Aiterhofen/Ödmühle zeigen von der frühen Besiedlung.

Bronzezeit:
Eine befestigte, vorgeschichtliche Höhenfestung auf dem Bogenberg erstreckte sich ca. 1,5 km von West (Bereich Kriegerdenkmal) nach Ost (Klause)
Diese mehr phasige Wallanlage umfasst eine Fläche von etwa 10,5 ha. und gliedert sich in einen östlichen Teil, das Obere Plateau, und einen westlichen Bereich, den Tummelplatz. Die ältesten Siedlungsnachweise dieser Anlage, gehen auf die frühe Bronzezeit (1800 – 1600 v. Chr.) zurück. In der mittleren Bronzezeit erreicht die Siedlung ihre größte Ausdehnung. Danach, scheint es zu einer abrupten, jedoch nicht gewaltsamen Auflösung dieser Siedlung gekommen zu sein.

Eisenzeit:
Die Kelten, sind das erste Volk, im heutigen bayerischen Raum, dass uns dem Namen nach bekannt ist. Die Kelten, gehören zur indo- europäischen Völkerfamilie, zu der auch die Germanen und Slawen gehören.
Von ihnen stammen auch heute noch gebräuchliche Flur- und Siedlungsnamen wie Altmühl, Lech, Isar, Inn. Stadt und Ortsnamen in großer Zahl, wie Parthanum, (Partenkirchen) Cambodunum (Kempten) oder Oppidum Boiodurum, (Passau) Radasbona (Regensburg und viele mehr lassen sich auf keltischen Ursprung zurückverfolgen. Bei der Landnahme durch die Römer in Raum südlich der Donau, lassen sich die Kelten nicht mehr nachweisen.

Römerzeit:
Das Eindringen der Römer 15 v. Chr. in den südbairischen Raum zieht tief greifende Veränderungen nach sich. Innerhalb ihres Herrschaftsgebietes, deutlich begrenzt durch den Limes, entwickelt sich erstmals organisierte Zivilisation in Form von größeren ländlichen und städtischen Siedlungen. Die ersten massiven Eingriffe in die Natur finden durch Rodung und Urbarmachung der Landstriche statt.
Ein Nachweis, dass sich zwischen Straubing und Passau dauerhafte römische Niederlassungen, am linken Ufer der Donau befanden, ist bisher nicht erbracht.
Die Weinberge, in Bogen, Breitenweinzier, Pfelling, Niederwinkling usw. sind erst im Mittelalter entstanden. Auch der Pfellinger Opferstein, (Heute Gäubodenmuseum Straubing) erstmals erwähnt bei Philipp Apian1531 - 1589 wurde wohl anderswo angefertigt und kam erst später nach Pfelling.
Apian, beschreibt den bei einer Kapelle liegenden Stein als römischen Opferstein und vermutet, dass in vorchristlicher Zeit hier ein römischer Tempel stand. Pfarrer Straßer macht sich ebenfalls stark für diese Theorie. Einen archäologischen oder schriftlichen Beweis für diese Annahmen gibt es nicht.

Baiuvaren:
Als erster erwähnt der Gotische Bischof und Geschichtsschreiber Jordanes 551 in seiner „Geschichte des gotischen Volkes“ die Baiuwaren kurz als östliche Nachbarn der Schwaben. Ein weiteres Datum aus der Frühzeit stammt von einem Venantius Fortunatus. Der im Jahr 565 von Ravenna nach Tours eine Wallfahrt zum Grabe des hl. Martin macht und auf der Rückreise vom Rhein her über Augsburg zu den Alpen über bayerisches Gebiet wandert.
Nach neueren Ausgrabungen kann vermutet werden, dass der Prozess der Stammesbildung wenigstens teilweise schon im 4. Jahrhundert n. Chr. begonnen und sich in verschiedenen Phasen bis etwa 550 vollzogen hat. Eine geschlossene Einwanderung der Baiuwaren wie beispielsweise bei den Langobarden in Italien hat es nicht gegeben.

Mag auch eine Volksgruppe, die mit dem Namen Baioarii oder Boias, Boiern in Verbindung steht, eingewandert sein, so vollzog sich die Stammesbildung erst auf dem Boden alter römischer Provinzen. Diese Namensgebende Volksgruppe, mag sich wohl zur Krieger- und Herscherschicht entwickelt haben.
Menschenleer, war das spätere Stammesgebiet, dass im Westen von Iller und Lech, im Osten vom Inn, im Süden von den Alpen und im Norden von der Donau begrenzt war sicher nicht. Es war vielleicht noch ein Teil der keltischen Urbevölkerung ansässig. Sicher jedoch haben sich in und nach der Zeit der Völkerwanderung, Menschen aus den verschiedensten germanischen Stämmen und Völkern, in dem dünn besiedeltem fruchtbarem Land, angesiedelt. Aus diesen Goten, Vandalen, Thüringern, Sueben und anderen, hat sich mit den im Land gebliebenen Lateinern der Stamm der Baiern entwickelt. Möglicher weise, haben sich auch durch ziehende Hunnen, (Aufmarsch zur Schlacht auf den Katalaunischen Feldern 451 und anschließender Rückzug) mit der damals ansässigen Bevölkerung vermischt.
Dieses Völkergemisch nennt die Geschichte nun von 6 Jahrhundert an, die Baiuvaren. Ein politisches System, eine Herrschaftsbildung, gab es an Anfang noch nicht.

Die ersten Ansätze zur Herrschaftsbildung bei den sich zum Stamm entwickelnden Baiern dürften sich bereits unter dem Einfluss der Ostgoten (Theoderich der große ~454 – 526) Ende des 5./ Anfang des 6. Jahrhunderts herausgebildet haben. Wenn es um diese Zeit schon ein Herzogtum gab, so werden die Agilolfinger wohl vom großen Gotenkönig eingesetzt worden sein. Ob sie zur Volksgruppe der eingewanderten Baiuvaren gehörten ist nicht bekannt. Die in der Lex Baiuvariorum genannten Uradelsgeschlechter der, Huosi, Trozza, Fagana, Hahiligga, sind jedoch möglicherweise den eingewanderten Baiuvarii zu zuordnen.
Auf sicherem Boden bewegen wir uns aber erst mit der frühesten Nennung eines bayerischen Herzogs namens Garibald I. (vor 555-ca. 591). Er stammte, wie alle bayerischen Herzöge bis zur Beseitigung des Stammesherzogtums 788, gemäß einer Bestimmung der ältesten bayerischen Rechtsaufzeichnung, der Lex Baiuvariorum, aus dem Geschlecht der Agilolfinger.Herrschaft übten die agilolfingischen Herzöge in einem mehr oder weniger engen Abhängigkeitsverhältnis zu den fränkischen Königen aus, die mehrfach durch Ab- oder Einsetzung eines Herzogs direkt in die politischen Geschicke des Herzogtums eingriffen. Durch Heiratsverbindungen mit den langobardischen, alamannischen und vielleicht auch thüringisch-fränkischen Königs- bzw. Herzogsgeschlechtern versuchten die bayerischen Agilolfinger, eine eigenständige Politik zu betreiben. Sie erlangten so zeitweise eine fast königsgleiche Stellung.

Lex Baiuvariorum: ist die in der Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts als Pergamenthandschrift entstandene Sammlung des bairischen Stammesrechts, das heißt die älteste Sammlung von Gesetzen des bairischen Stammesherzogtums. Abt Eberswind ( Klosters Niederaltaich) gilt vielen als der Bearbeiter dieses ersten bairischen Stammesrechts (um 741/ 743)

Pfelling: erste urkundliche Erwähnung im Breviarius Urolfi
gehört (nach Mondschein, Straßer u.a.) zu den so genannten echten ing Orten, die oftmals auf Personennamen zurückgehen. Nach jüngsten Forschungen, (Dr. Michael Prinz) ist aber auch ein Bezug auf einen Landschaftsteil oder sonst ein Charakteristikum möglich. Ob den Pfelling nun wirklich ein echter ing Ort ist, wird die Ortsnamen Forschung noch aufzeigen.

Breviarius Urolfi
Die früheste Niederaltaicher Überlieferung nennt im bekannten „Breviarius Urolfi", einer Güterbeschreibung aus der Zeit um 790, kein genaues Jahr für die Kloster Gründung. Sondern gibt nur an, das der bayerische Herzog Odilo das Kloster bauen und aus Alemannien zwölf Mönche kommen lies. außer dem stattete er das Kloster mit reichem Grundbesitz im alten Kulturland rechts der Donau aus, wie auch mit Rodungsgebieten links des Stromes.
Erstellt, wurde der Breviarius sehr wahrscheinlich zum Zwecke des Nachweises der zum Kloster gehörenden Liegenschaften aus der Zeit der Agilolfinger. Der Abt Urolf wollte mit dieser Erfassung den Besitzanspruch des Klosters gegen den neuen Landesherrn, den Karolingern manifestieren. Kaiser Karl der große hatte ja 788 nach mehreren Kriegen gegen die Bayern, den Agilolfinger Herzog Tassilo III abgesetzt und in ein Kloster verbannt.

In diesem frühmittelalterlichen Besitzverzeichnis sind unter anderem auch zu Niederalteich gehörende Höfe in Pholingen (Pfelling) verzeichnet. Um welche Höfe, (Lage, Name der Besitzer) es sich handelt, ist nicht nachprüfbar. Auch, dass die nächst genannten 5 Höfe an ihren heutigen Platz standen ist unwahrscheinlich.
Die im Breviarius Urolfi erwähnten Besitzungen werden sich aber im bereich der Kirche, im Heute westlichen Tei des Ortes befunden haben.

Die Pfellinger Urmeier als Ministerialen der Grafen von Bogen:
Lt. Pfarrer Straßer, ist ein gewisser Arnold 1140 als Zeuge, bei einer Schenkung in Regensburg genannt, nachweisbar. Ihm folgt ein Rapoto, der in der Zeit von 1147 – 1186 einzuordnen ist. Der nachfolgend genannte Heinrich der ältere (1187 – 1244) könnte der Enkel des Rapoto sein. Möglich ist aber auch, dass der einer anderen Familie entstammt. Nun folgt, noch Heinrich der jüngere, (vermutlich um 1220 geboren und zwischen 1290 – 94 verstorben.
Heinrich der jüngere, ist Pfleger von Ruhmansfelden. (1265 belegt) Möglicher weise suchte er nach dem Aussterben der Bogener Grafen (1242) ein neues Betätigungsfeld. Als Dienst-mann der Bogener war er ja arbeitslos. Heinrich, war mit einer Mechthildis von Rotteneck verheirate. Nach dem die Ehe Kinderlos blieb, Stiftet das Paar im Jahre 1285 das Kloster Gotteszell. Die Hofmark Pfelling ist nun dem Abt in Gotteszell Dienst- und Grundbar.
Wo diese Pfellinger „Ritter“ ihr Domizil hatten ist nicht mehr nachweisbar. Sie können wohl auf ihrem Hof in Pfelling gelebt haben, da sie aber im Dienst der Bogener Grafen waren, ist es denkbar, dass sie auf der Grafenburg lebten.
Eine Burg ist in Pfelling, wie z.B. in Welchenberg, bisher nicht nachweisbar. Johannes Turmair (1477 – 1534) der Vater der bayerischen Geschichtsschreibung, erwähnt den Ort Pfelling, aber nichts über eine Burg. Philipp Apian (1531 – 1589) der erste Kartograph und Landvermesser in Bayern kommt (zwischen 1554 – und 1560) nach Pfelling. Er beschreibt ausführlich, einen römischen Opferstein, den er auf dem so genannten Weinberg entdeckt. Über eine Burg, oder deren Rest erwähnt er nichts, während die welchenberger Burg von ihm ausführlich beschrieben wird.

Die Hofmark Pfelling:
Pfarrer Straßer erwähnt in seiner Chronik 5 ganze Höfe(1/1 Hoffuß je nach Wirtschaftskraft und Bodengüte 15- 30 Hektar, größere Höfe werden meist als Gut bez.)
Urmeierhof
Heute Wagner Johann Geiger Xaver – am Ortanfang im Westen
Mitterhof Heute Iglberger Rudi - östlich der Pfarrkirche
Siebauerhof
Heute Franz Xaver Geiger – auf Höhe der ehemaligen Fähre
Petzendorferhof Heute Andrea Schreiber – in der Mitte des Dorfes ca. 450 östlich der Kirche
Stegbauerhof
Heute Gmeinwieser Rudi – am östlichen Ende der Ortschaft

Stegbauerhof:
Heute Gmeinwieser Rudi und Marille – am östlichen Ende der Ortschaft
Der Pfellinger Bach, floss bis zur Errichtung des Hochwasserdeiches für das Dorf Pfelling, zwischen der alten Dorfstraße und dem Loibl Anwesen. Der Hof war vom Dorf aus über einen Steg erreichbar, daher der Name Stegbauer oder Steghofbauer. Die zum Hof gehörenden Grundstücke lagen östlich und südöstlich des Baches. Erst in den späten 1920 er Jahren, wurde von der Pfellinger Mühle her, im Zuge der Hochwasserschutzbauten, der Bachbleiter Südöstlich der Ortschaft gebaut. Das alte Bachbett ist Heute an der nordwestlichen Grundstücksgrenze des Anwesens noch erhalten und dient als Entwässerungsgraben zu Donau hin, für einen Teil der Pfellinger Fluren von Bernlohe her.
Zum Hof gehörten als Nebengut, die Sölde dass Bachbauerngut genannt. Heute Rosemarie und Hans Riedl. Als erste Bewohner 1677 erstmals erwähnt, Gregor Loibl und Ehefrau Walburga.
Auch die Pfellinger Mühle, so mutmaßt Pfarrer Strasser, soll schon 1609 zum Stegbauernhof gehört haben. Ein Beweis lässt sich nicht erbringen. Bei der Zertrümmerung des Loibl Anwesens. Nach dem Tode des Besitzers Mathias Preböck im Jahre 1833 war auch die Mühle unter den Verkaufobjekten.
Als erster Besitzers auf diesem Hofe wird 1583 ein Andreas Schuster, als Zeuge in einem Prozess von 5 Pfellinger Bauern gegen das Kloster Gotteszell als Zeuge vernommen. Im genannten Prozess ging es um Ansprüche des Klosters auf den Wörth in der Donau, der von den Pfellinger Bauern, auch vom Stegbauern, genutzt wurde. In diesem Prozess, wurde vom Pfleggericht Schwarzach zu Gunsten der Pfellinger entschieden.
Den Analen ist zu entnehmen, dass Andreas Schuster zur Zeit der Zeugenaussage 9 Jahre in Pfelling war. Erwähnt ist, dass Schuster 40 Jahre alt war, 30 fl. Gulden besaß und er ein Grunduntertan des Klosters Gotteszell war. Weitere Angaben finden sich nicht.

1618 – 1648 30järiger Krieg: Kriegshandlungen in unserer Heimat
1633 Einfall von schwedischen Truppen unter dem Herzog von Weimar, Belagerung und Einnahme von Straubing. Besatzung und Verwüstung des Klosters Oberalteich. Veit Höser der Abt von Oberalteich flieht vor den Eroberern. Stosstrupps der Schweden verfolgen Veit Höser durch den Bayereischen Wald. Er entkommt mehrmals und kann den Wiederaufbau beginnen. Weitere Einfälle Schwedischer Truppen 1641 und 1648.

Erst 1646 können wieder Besitzer genannt werden. Vermutlich aus der Pfarrei Winkling, sind Sebastian und Barbara Loibl auf den Hof gekommen.
Deren in Pfelling geborene Kinder:
Johann und Katharina geb. 09.03.1645 Johann verm. Verstorben
Johann geb. 01.03.1646
Adam geb. 17.05.1647
Walburga geb. 05.02.1650
Mathias geb. 02.02.1652
Gregor geb. 10.05.1654
Vitus geb. 04.06.1656
Katharina geb. 23.08.1663
Barbara Loibl verstarb am 28.11.1675
Sebastian Loibl verstarb am 30.12.1683

Johann Loibl heiratete am 24.11.1692 Katharina Grießpeck (?Griesbeck?)aus Breitenweinzier
Deren in Pfelling geborene Kinder:
Gregor geb.25.10.1693
Georg geb. 02.04.1695
Eva geb.26.11.1697
Wolfgang geb. 28.10.1700
Johann geb. 20.04.1703


Spanischer Erbfolge Krieg 1701 - 1714
Frankreich und Bayern gegen Österreich Spanien, Preußen, England, Savoyen, Portugal, Holland
Kriegerische Auseinandersetzung um das Erbe Karls II., des letzten Habsburgers auf dem spanischen Thron.
Im November 1703 wurden Straubing von den kaiserlichen belagert und 1704 eingenommen. In dieser Zeit werden auch die Dörfer entlang der Donau und der Umgebung Straubings unter der Kriegslast gelitten haben.
1704 besetzen Österreichische Truppen Bayern und zeigten sich als brutale Besatzer. Die Bauern wurden mit hohen Steuern belegt und diese von den Besatzungstruppen im Stile von Plünderungen eingetrieben. Die kaiserlichen Habsburger zwangsrekrutierten die bayerischen Männer für ihre Armeen. Vom Herbst 1705 bis Januar 1706 kam es zur bayerischen Volkserhebung.

Mit dem Schlachtruf
liaba baierisch sterbn als kaiserlich vaderm, gingen die Bauern in den Krieg. In der Sendlinger Mordweihnacht 25.12.01705 und in der Bauernschlacht von Aidenbach erreichte dieser Befreiungskrieg für die bayerischen Landbevölkerung einen tragischen Höhepunkt, der 10.000 Bayern das Leben kostete. Im weiteren Kriegsverlauf wurde die rigide Besatzungspolitik etwas gelockert. In unserer Heimat fanden keine Kampfhandlungen statt. Der Krieg zog sich noch lange hin und brachte den Mächtigen keine nennenswerten Gewinne. Der Bevölkerung aber Not Elend und Tod.

Jo
hann Loibl muss vor 1705 außer halb der Pfarrei verstorben sein, da er im Pfarrmatrikel nicht nachgewiesen werden kann. Jedoch ein Sebastian Artmeier, welchen die Witwe Katharina Loibl geheiratet hatte. Dieser Verbindung entstammen:
Josef geb. 05.01.1710
Sebastian und Katharina geb. 23.04.1712
Katharina Artmann verw. Loibl starb 1713, aber nicht in Pfelling.

Lt. Briefprotokoll des Pfleggerichts in Schwarzach vererbte sie den Hof an den Sohn Johann (11 Jahre) Der Hof sollte an dessen Stiefvater Sebastian Artmeier bis zur Volljährigkeit des Erben verstiftet (verpachtet) werden. Als Vormund wird ein Mathias Petzendorfer genannt. Zeugen: Lorenz Wündtreich Gerichtsprotokollschreiber Schwarzach
Gregor Eberl Brandweinbrenner Schwarzach
Der verwitwete Sebastian Artmeier verheiratet sich am 12.01.01714 wieder mit Eva Maria Obermeier, Bauerstochter Anning

Die Eva Maria Artmeier, nahm einen schrecklichen Tod, sie wurde von Räubern überfallen und starb kurz darauf am 08.06.1728, nur 27 jährig, an den Folgen der Verletzungen. (siehe spanischer Erbfolgekrieg) Sebastian Artmeier heiratet nun die Maria Obermeier Bauerstochter von Entau. Dieser Ehe entstammen noch 3 Kinder. Dann verliert sich die Spur der Familie Artmeier in Pfelling.

Johann Loibl, der Sohn des Johann und der Katharina Loibl übernimmt nach Ablauf der Stiftszeit den Hof und heiratet am 25.06.01725 Maria Bayerl Bauerstochter aus Rottenmann.

Deren in Pfelling geborene Kinder:
Maria geb. 07.01.1726 verstorben
Georg geb. 11.02.1727
Maria geb. 02.03.1731
Johann geb.24.03.1733 verstorben
Johann geb. 07.07.1735
Anna geb. 02.07.1737
Lorenz geb. 01.07.1739
Martin geb. 14.10.1741
Bartholomäus geb. 07.08.1743



Maria Loibl starb am 19.03.1746 im 40. Lebensjahr. Der verwitwete Stegbauer verheiratet sich am 29.01.1748 mit Magdalena Hitzinger aus Parkstetten, die Ehe blieb Kinderlos.
Johann Loibl wurde am 21 März 1753 beerdigt. Magdalena Loibl starb am 23 März 1751, wiederholt versehen, im 27- Lebensjahr


Österreichischer Erbfolge Krieg 1740 - 1748
Im Jahre 1743 verstarben auch für die damalige Zeit überdurchschnittlich viele Menschen in der Pfarrei. Dies war die Zeit (1743 – 45) in der österreichische Truppen Straubing belagerten und auch die Dörfer entlang der Donau besetzten, plünderten und verwüsteten.
Kriegführende Staaten: Österreich, Savoyen, England, Sachsen auf der einen Seite,
Preußen Frankreich, Spanien, Bayern auf der anderen
In den Pfarrbüchern heißt es: die Bevölkerung litt große Not! Es trat in der Folge die rote Ruhr auf.


Den Hof übernahm nun der Sohn Johann Loibl:
Dieser heiratete am 11.01.1752 Maria Hofmeister aus Lauterbach. Deren Ehe scheit Kinderlos geblieben zu sein. Der Hof wurde an einen Johann Rauscher und seine Frau Maria veräußert. Wenn dieser Besitzerwechsel vollzogen wurde ist nicht bekannt. Die Loibls, scheinen aus der Pfarrei Pfelling weggezogen zu sein.
Das Ehepaar Rauscher war Kinderlos. Johann Rauscher starb am 02.10.1772. Maria Rauscher starb am 02.10.1773

Lt. Briefprotokoll des Pfleggerichts Schwarzach vom 09 August 1773 stiftet Maria Rauscher einen ewigen Jahrtag zu Virgil und ?ibera, mit einem Kapital von 100 fl. Gulden.

Nach dem Tode der Maria Rauscher, kam der Steghof wieder in den Besitz der Familie Loibl.

Lorenz Loibl geb. 01.07.1739 der Bruder des Johann übernahm nun und heiratet am 26.01.1773 Katharina Haimerl Bauerstochter aus Hörabach.
Deren in Pfelling geborene Kinder:
Johann geb. 30.04.01774
Theres geb. 02.10.1776
Anna geb. 24.07.1781
Jakob geb. 03.12.1783
Anna Maria geb. 19.10.1786
Katharina Loibl starb am 08:02:1801 56 Jahre alt
Lorenz Loibl starb am 21.01.1802 63 Jahre alt.

1778 79 Bayerischer Erbfolge Krieg
Der Bayerische Erbfolgekrieg wurde durch den Anspruch auf Niederbayern und die ausgelöst, nachdem die bayerische Linie der Wittelsbacher im Jahre 1777 ausgestorben war und das Kurfürstentum Bayern an die pfälzische Linie fallen sollte. In der Auseinandersetzung zwischen Bayern, Preußen und Österreich kam es zu keinen großen Schlachten. Aber durch in diesem Jahrhundert dritte Besatzung von Straubing durch die Österreicher kam es auch in der Umgebung wieder Einquartierungen, Plünderungen und Not

1789 Französische Revolution:
Sie sollte allen Menschen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bringen. Aber mit den

Revolutionskriegen 1792 1802 und den anschließenden


Napoleonischen Kriegen 1804 – 1815:
wurde Europa mit Krieg überzogen auch in unserer unmittelbaren Umgebung, gab es schwere Schlachten
Schlacht bei Abendsberg am 20. April 1809 und der Schlacht bei Eggmühl am 22 April 1809 schlugen Franzosen und Bayern die Österreicher vernichtend. –
Das Kurfürstentum Bayern lief in dieser Zeit wieder einmal Gefahr, zwischen den Großmächten zerrieben zu werden, die Österreicher hatten ja im vorangegangenen mit drei Besatzungen bewiesen, dass sie sich Bayern gerne einverleiben möchten.
Dem genialen Staatsmann und bayerische Ministerpräsidenten Maxemilian Graf von Montgelas und seiner geschickt wechselnder Bündnispolitik, ist es zu verdanken, dass das Kürfürstentum souverän blieb, ja das Staatsgebiet am Ende fast verdoppeln konnte. Den Blutzoll dafür musste die Bayerische Armee beim Russlandfeldzug 1812 erbringen. Von 33.000 Soldaten, fielen, erfroren, verhungerten 29.000 Mann.
Die Truppenaufmärsche und Einquartierungen von Soldaten belasteten Bürger in den Städten und Bauern auf dem Land gleich schwer.

1802 1803 Säkularisation:
Außenpolitisch war Montgelas sehr erfolgreich, mit den Verwaltungsreformen wurde Innenpolitisch das Bayern der Neuzeit geschaffen. Die Säkularisation (Einziehung der kirchlichen Güter) sollte dem Saat Geld für die Reformen bringen. Wie so oft bei radikalen Veränderungen, der erhoffte wirtschaftliche Gewinn blieb aus, das Unternehmen Säkularisation kostete am Ende mehr als es einbrachte. Bei der Auflösung der Klöster wurden Jahrhunderte alte Kulturgüter auf ewig zerstört.

Den Hof hatte Lorenz Loibl an seinen Sohn Wolfgang übergeben, dieser ehelichte am 24.11.1802 Katharina Altschäffel Bauerstochter aus Entau.
Deren einziges Kind
Andreas geb. 13.11.1802
Die Mutter starb im Kindsbette am 16.11.1802, 28 Jahre alt.

Besitzstand nach Steuerfassion von 1808 beim Stegbauer Besitzer
Gegenstand des Besitzes:1/1 Stegbauernhof
Dominikalverhältnisse: Vogt- und Grundbar zum Landgericht/Rentamt Mitterfels
Zehent: 1/3 zum Rentamt Mitterfels
1/3 zur Pfarrei Pfelling
1/3 zu St. Johann Regensburg
Bisherige Staatsauflagen:
Steuer: 7 fl. 45 kr 6 hl
31 fl. 3 kr 4 hl
Fourage 7 fl.
Vorspannanl. 1 fl.
Summe 47 fl. 3 kr 6 hl
Eidliche Schätzung: 4200 fl.
Fatierter Wert: 1000 fl.
Amtl Gutachten: 7500 fl.
Steuerkapital: 7500fl.
Neue Steuer: 9fl. 22 kr. 4 hl

Wolfgang Loibl verheiratete sich am 02.10.1803 mit Anna Maria Laschinger Bauerstochter aus Reibersdorf.
Deren in Pfelling geborene Kinder:
1. Wolfgang geb. 06.01.1806
2. Jakob geb. 25.07.1807
3. Johann Georg geb. 24.04.1809
4. Wolfgang geb.05.05.1813 (nach dem Tode das Vaters geboren)
Wolfgang Loibl starb am 10.10.1812 an „Brustwassersucht“ im 34. Lebensjahr.

Er war der letzte aus der Familie Loibl, welche von 1645 bis 1812, mit geringer Unterbrechung auf dem Hof war.

Die Witwe Anna Loibl heiratete am 21.07.1813 den Bauern Josef Schreiber von Ottenberg (eher Odenberg)
Deren in Pfelling geborene Kinder:
Anna geb. 14.05.1815 geb. 28.08.1817

Laut Pfarrer Straßer erwarb den Steghof nun Mathias Prebeck, dessen Familie seit 1848 die Nebensölde H Nr. 26 (Heute Riedl) bewirtschaftete. (diese Aussage, deckt sich nicht mit Analen der HNr.26. Auf dem Bachbauernhof HNr.22, auch Schmied Prebeck genannt, (Ende der 1880er Jahre aufgelassen und niedergerissen) lebt zu der Zeit eine Familie Prebeck. Möglicher weise kam der Erwerber von diesem Hof, einen Mathias, gab es der Überlieferung nach auch hier nicht.

Dieser Mathias Loibl geb. 25.02.1798, heiratet am 08.01.1822 die am 16.05.1796 geborene Anna Reicheneder Bauerstochter von Irlbach.,
Deren in Pfelling geborene Kinder:
1. Magdalena geb. 25.03.1825
2. Anna Maria geb. 12.01.1827
3. Ein Notgetauftes Mädchen geb. 20.08.01828 verstorben
4. Veronika geb. 28.01.1830
5. Anna Maria geb. 14.01.1832
6. Josef geb. 08.03.1824

Mathias Prebeck starb am 01.06.1832 34 jährig an „Faulfieber“
(möglw. Typhus, oder auch Fleckfieber)
Nach dem Tode des Mathias Prebeck ging der Hof, den Pfarrer Strasser als den unteren Meierhof bezeichnet, in Trümmer. Wenn man die von Pfarrer Strasser erstellte Auflistung betrachtet, an wen die verschiedenen Grundstücke veräußert wurden, kommt man auf eine Gesamtfläche von ca. 78 Tagwerk (~26Ha) die damals noch zum Stegbauernhof gehörten. Über die Namen der neuen Grundstückseigentümer, können Rückschlüsse gezogen werden, dass ein Grossteil der Felder nordöstlich der Pfellinger Mühle, zwischen Stegholz, Hörabach im Westen und Hagengrub im Osten lag. Auch südlich des Pfellinger Berges nach Espern hin gingen einige Tagwerk verloren.
Auch die zum Hof gehörende Mühle, am Süd- Westrand des Pfellinger Gemeindeberges wurde verkauft.
Unter, oder unmittelbar nach Mathias Prebeck, wurden ca. 20 Tagwerk veräußert.
Josef Lehner, der den Hof mit 48 Tagwerk für 1900 Gulden erwirbt, musste 1833 noch mal ca. 40 Tagwerk veräußern. (Strasser: Lehner, zertrümmerte aber wiederum so gründlich, dass er nur ein notiger Kleingütler wurde)

Wann die Nebensölde (Heute Riedel) vom Haupthof abgetrennt wurden ist nicht bekannt.

Den Rest des Hofes, von ~ 9 Tagwerk, der nun Sölde genannt wird, von Josef Lehner, bis 1858 bewirtschaftet. Lehner scheint nach Lindforst verzogen zu sein.
1866 Deutscher Krieg: zwischen Preußen und dem Norddeutschen Bund gegen Österreich, Bayern, Sachsen (Süddeutscher Bund) Die Süddeutschen verlieren vernichtend. Kampfhandlungen in unserer Heimat gab es nicht-

1870/71 Deutsch- Französischer Krieg: Die verbündeten deutschen Heere konnten den Krieg in Frankreich schnell für sich entscheiden. Nach der Belagerung und Einnahmen von Paris, 1871 Ausrufung des deutschen Kaiserreiches in Versailles.
Über Teilnehmende Soldaten aus der Pfarrei ist nichts bekannt




Das Anwesen, erwirbt nun der 36 jährige Josef Graf aus Pfelling und verheiratet sich am 16.01.1866 mit der am 17.11.1836 geborenen Theres Grill von Bogen.
Theres Graf verstirbt am 01.08.1884 an Herzschlag, in Folge von Wassersucht.
Graf Johann, der Sohn, verstirbt am 29.04.1897, an Lungenentzündung.
Josef Graf, verwitweter Söldner, verstarb am 24.10.1903, an Atrophie (Auszehrung, Mangelernährung), das Anwesen, kaufte nun Xaver Prebeck Pfelling HNr. 1
(1. Hof am westl. Dorf Anfang) der wiederum veräußert das Anwesen 1905 an Peter Gmeinwieser, dieser war als verwitweter „Austragler“ von Welchenberg gekommen.
Der Sohn Johann wird seit der Flandernschlacht ( 20. Oktober 1914 bis zum 18. November 1914) vermisst. Der 04.11.1914 wurde später als Todestag festgelegt.
Peter Gmeinwieser verwitweter Gütler von Pfelling stirbt am 04.05.1919, 77 jährig an Altersschwäche. Seine Frau, (Vorname nicht bekannt) eine geborene Jobst aus Irlbach verstarb bereits ~1900

1914 -1918 erster Weltkrieg: Deutsches Kaiserreich, Kaiserreich Österreich Ungarn, Türkei (Mittelmächte) auf der einen Seite gegen Frankreich, Belgien, England, zaristisches Russland und später USA auf der anderen. Im weiteren Kriegsverlauf erklärten weitere Staaten aus der ganzen Welt den Mittelmächten den Krieg.
Im Osten kann Feldmarschall Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg die Truppen des Russischen Zaren schlagen, der Krieg zieht sich aber noch bis 1917(bolschewikische Revolution)hin.
In Frankreich, werden die deutschen Armeen nach raschen Anfangserfolgen aufgehalten und in einen für alle Kriegführenden Parteien verlustreichen Stellungskrieg verwickelt. Am Ende waren in Europa 10 Millionen Tote und 20 Millionen Verwundete zu beklagen.
In der kleinen Pfarrei Pfelling waren es 12 Männer die gefallenen sind.
In Deutschland und Österreich mussten Fürsten, Könige und Kaiser abdanken. Mit der Weimarerrepublik wurde die Demokratie in Deutschland eingeführt, leider war ihr kein Erfolg bescheiden. Schon 1933 errichteten die Nationalsozialisten eine Diktatur, die nie da gewesenes Leid und Elend über Deutschland und Europa brachte.

Geschwister des Ludwig Gmeinwieser:
Anna Streißl Berta Gmeinwieser Johann Gmeinwieser Johanna Neef
Juliana Wagner Josef Gmeinwieser Peter Gmeinwieser Therese Kehrer
Geschwister der Katharina Gmeinwieser:
Maria Gritsch

Das Anwesen geht an den 2. Sohn Ludwig Gmeinwieser geb. 27.08.1897 in Welchenberg. Der verheiratet sich am 18.01.1921 mit der am 29.05.1899 gebornen Katharina Gegenfurtner von Odenberg.
Deren In Pfelling geborene Kinder:
1. Katharina geb. 21.10.1921 + 11.02.1927 51/2 Jahre alt
2. Frieda geb. 11.01.1923 + 14.10.2001
3. Magdalena geb. 07.02.1924
4. Johann ev. geb. 29.10.1925
5. Ludwig geb. 05.04.1928 + Frühgeburt (verstorben)
6. Katharina geb. 18.06.1929
7. Georg geb. 06.08.1930
8. Karl geb. 28.01.1932 + 07.06.1978
9. Rudolf geb. 04.10.1934


Ludwig Gmeinwieser, als Teilnehmer des I. Weltkrieges, nicht zur Wehrmacht eingezogen, auch schon über 40 jährig bei Kriegsbeginn, ist nebenher als Hausmetzger und Fleischbeschauer tätig. In dieser Zeit, lebt er gefährlich, da er nicht wie die meisten seiner Kunden nur ab und zu beim Schwarzschlachten (meist Schweine) Gefahr lief, entdeckt zu werden. Die Bestrafung, vor allem für Wiederholungstäter, war drakonisch.


Er war ja bei fast allen Schlachtungen dabei, viele waren sicher nicht angemeldet. Bis zum letzten Kriegsjahr war diese Risiko noch kalkulierbar, da alle Dorfbewohner und Kunden, gerne seine Hilfe in Anspruch nahmen. Auch die übelsten und verblendeten Nazis hielten Dicht, wenn es um den eigenen Nahrungsbedarf ging. Abgewandelt, nach Brecht: erst kommt das Fressen und dann die Partei. Gefährlich, wurde es nach dem immer mehr und fast täglich neue Flüchtlinge in die Gemeinde kamen, keiner wusste, wen man vor sich hatte. Sollte eine Anzeige erfolgen, konnte dies auch mit dem Tode bestraft werden.

19 39 – 1945 zweiter Weltkrieg: Deutsches Reich, Italien, Japan als Achsenmächte gegen Polen, Frankreich, Großbritannien, die Sowjetunion und später dann die USA als die Hauptbeteiligen. Es wurden aber alle Staaten, außer der Schweiz, auf dem europäischen Festland in den Krieg verwickelt.
Helene Geiger erzählte später! Als wir am 1 September vom Kriegausbruch hörten, wir waren gerade beim Dreschen und hatten viele Helfer auf dem Hof, wurden alle still und nachdenklich. Solche Erzählungen gibt es viele, die Menschen, ahnten vielleicht was auf sie zukommen sollte. Das Kriegsgeschrei von Goeppels und seinesgleichen in den Wochenschauen und am Volksempfänger war das eine. Die Angst der Menschen, was dieser Krieg an Not, Elend und Tod bringen würde, war die andere Sache.

Der Krieg war für Pfelling mit dem Einmarsch der Amerikaner 12 Tage früher zu Ende gegangen. Als sich in den Mittagsstunden des 26.April 19 45 die US Amerikanischen Soldaten mit ihren Fahrzeugen von Bogen kommend dem Pfarrdorf Pfelling näherten, ging ihnen Michael Schreiber am Ortsanfang mit einer weißen Fahne entgegen.

Ludwig Gmeinwieser Hausmetzger und Fleischbeschauer, hatte am 25 April wieder einmal ein Schwein geschlachtet. Beim Vorbeimarsch der amerikanischen Truppen am 26 April, in Richtung Niederwinkling, kam es zu einem Schusswechsel mit den SS Soldaten, die noch im Raum Ainbrach, Sophienhof und Entau waren. Für die Pfellinger ging dieses Scharmützel glimpflich ab, es wurde niemand getroffen. Die Blut- und Leberwürste aber die der Luk in der Schlafkammer aufbewahrte, die bekamen einen Treffer ab, so das Boden und Wände mit Schweineblut bespritzt wurden. Eine die lange Jahre nach dem Krieg noch erzählt wird.

Da noch bis 28.04.19 45 SS Einheiten von Entau und Sophienhof aus, die US Amerikanischen Truppen beschossen, wurde im Schreiberhof ein Gefechtsstand eingerichtet.
In der Nacht zum 27. oder 28. April (genaue Angaben nicht möglich) wurden vier Pfellinger Wehrmachtssoldaten, die wegen ihren Verwundungen in der Heimat waren, von polnischen Hilfswilligen aus ihren Wohnungen geholt und den Amerikanern im Schreiberhof übergeben.
Die Soldaten, (Aigner Josef, Englberger Ignatz; Iglberger Rupert und Petzenhauser Gottfried) wurden im Wohnzimmer des Schreiberanwesens verhört. Da sie allesamt noch keine Entlassungspapiere von der Wehrmacht hatten, wurden sie als Kriegsgefangene nach Bad Kreuznach gebracht. Nach Wochen des Hungers und Strapazen konnten alle vier im Sommer 19 45 nach Hause zurückkehren.
Am 29.04.19 45 haben US Amerikanischen Truppen, über Straubing kommend die versprengten SS Soldaten in Ainbrach, Sophienhof und Entau vertrieben, bzw. gefangen genommen. Damit war auch auf dem südlichen Donauufer der Krieg zu Ende.


„Gefährliche Vorführung“ – Marille Janik wie ich zu meiner ersten Tafel Schokolade kam
Es war, in den ersten Tagen oder Wochen nach dem Krieg, im Wirtshaus in der Unterbreitenau, dass meine Mutter bewirtschaftete. Ein amerikanischer Soldat, der in der Gaststube mit einem jungen Mädchen war, wollte dieser die Funktion seines Gewehrs zeigen. Bei der Er hantierte so grob fahrlässig, dass sich ein Schuss löste, der knapp über meinen Kopf hinweg, hinter mir in der Wand einschlug. Der Mann, hatte nicht bemerkt, dass noch eine Patrone im Lauf steckte. Der Soldat, hatte außer mir, vielleicht den größten Schrecken bekommen. Um mich zu beruhigen schenkte er mir eine Tafel Schokolade.

Medizinische Zustände in den Nachkriegsjahren
:
Der 16 jährige Rudolf Gmeinwieser erkrankt, er hat höllische Bauchschmerzen. Es darf angenommen werden, dass nicht gleich am ersten Tag der Beschwerden ein Arzt gerufen, meist wurden ja alle möglichen Hausmittel ausprobiert. Da keine Besserung eintrat, wurde doch noch der Doktor Koller in Bogen gerufen. Der Arzt kam, untersuchte den jungen Patienten und befand er müsse ihn ins Krankenhaus nach Bogen mitnehmen. Dr. Koller lieferte aber seinen Patienten nicht unmittelbar im Krankenhaus ab, sondern er fuhr erst noch zu einem weiteren Hausbesuch nach Parkstetten. Auf der damals holperigen Sandstraße, wurde der an akuter Blinddarmentzündung leidende, kräftig durchgeschüttelt. Der Arzt, fragte während der Fahrt den Rudi, ob es den beim schütteln weh tut. Dieser bejahte stöhnend, darauf der Arzt, jetzt weis ich bestimmt, was dir fehlt.
Nach der Rückfahrt vom Hausbesuch, im Krankenhaus abgeliefert, wurde der Patient aber immer noch nicht operiert. Der Eingriff wurde erst am nächsten Tag vorgenommen. Der Patient überlebte mit viel Glück diese Tortur. Ludwig Gmeinwieser, der Vater, sagte lapidar, als er die Arzt und Krankenhausrechnung beglichen hatte: Des hot ejtz a ganze Sau kost.

Am 25.11.1957 Heiratet der am 04.10.1934 geborene Rudolf Gmeinwieser, die Marille Janik, geboren am 15.02.1938 als Förstertochter in Unterbreitenau, dann wohnhaft in Leiblfing, vormalige Wirtstochter von Waltendorf.
Ludwig Gmeinwieser übergibt 1962 das Anwesen an Rudolf und Marille Gmeinwieser.

Deren Kinder:
1. Rudi geb. 26.05.1958
2. Petra geb. 29.06.1960
3. Andreas geb. 03.04.1974
Katharina Gmeinwieser stirbt am 07.03.1979
Ludwig Gmeinwieser stirbt am 30.07.1981

Rudolf und Marille Gmeinwieser leben und arbeiten im November 2007
50 Jahre gemeinsam auf dem Hof.
Zum Goldenen Ehejubiläum die besten Glückwünsche


Alle Überlieferungen, die von Pfarrer Straßer aus den Matrikelbüchern, oftmals aus dem lateinischen übersetzt, und aufgeschrieben wurden, werden einer strengen Nachprüfung, vielleicht nicht immer standhalten. Eine exakte Führung der Bücher, durch die jeweiligen Pfarrer, muss nicht angenommen werden.
Aber wir können doch ein wenig von der Zeit, die meist armselig und entbehrungsreich war, lebendig machen. Mit ein wenig Fantasie, können wir vor unserem geistigen Auge, uns die Menschen vorstellen, wie sie gelebt, gearbeitet, gelitten und geliebt haben. In den 5 Jahrhunderten, des geschilderten Zeitraumes, gab es, von unserem heutigem Wohlfahrtsstandart aus gesehen, meist nur Arbeit, die Sorge um das tägliche Brot. Von der mangelnden medizinischen Versorgung, zeugen die Kinder – und Wöchnerinnen Sterblichkeit. Die gute alte Zeit, konnte der Verfasser in den Überlieferungen nicht finden.

In den ca. 425 Jahren seit der ersten Nennung eines Bauern auf den Steg Hof, oder Stegbauernhof, musste von neun Kriegen berichtet werden, die die Region, das Pfarrdorf Pfelling und die hier wohnenden Familien mal mehr, mal weniger heimsuchten.

Es sind nun über 60 Jahre vergangen, in denen in Deutschland und seine Nachbarn in Frieden und Wohlstand leben dürfen. Wünschen wir uns und den kommenden Generationen weiterhin Frieden und gutes zusammenleben mit allen Kulturen und Religionen in der Welt.
Hoffen wir auf die Staatslenker, dass ihnen Heute und in Zukunft die Lösung politischer Probleme friedlich gelingen möge.
Pfelling anno Domini 2007

Verfasser: Geiger Josef
Quellen: Dr. Lothar Kolmer Machtspiele (Bayern im frühen Mittelalter) Dr. Michael Prinz (Universität Leipzig) Dr. Ursula Putz (Universität Regensburg) Katharina Bergbnauer, Hans Neuerder, Haus der Bayerische Geschichte, Wikipedia,
Pfarrer Straßer (Pfarrarchiv Pfelling) die Geschichte des Stegbauern Hofes;

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